Schritt D: Delegation an KI | ABCDEF – AI Business Playbook
ABCDEF · AI Business CaseSchritt D von 6

Delegation an KI

Welche Informationsarbeit soll KI übernehmen – und gibt es gravierende Gründe, die dagegen sprechen?

Wir kennen unser Business-Ziel, die kritischen Bottlenecks und die benötigte Veränderung. Jetzt untersuchen wir, ob KI eine sinnvolle Möglichkeit ist, die notwendige Informationsarbeit zu leisten.

Wir beschreiben einen überprüfbaren Auftrag für KI und prüfen drei mögliche organisatorische Showstopper, bevor wir weiteren Aufwand auslösen.

Jetzt kommt KI ins Spiel.

Aus A kennen wir unser ambitioniertes Business-Ziel, aus B den kritischen Bottleneck und aus C die Veränderung der Informationsversorgung, die voraussichtlich helfen könnte.

Welche konkrete Informationsaufgabe könnten wir an KI delegieren?

Vorher stellen wir noch eine andere Frage: Warum überhaupt KI? Vielleicht genügen organisatorische Maßnahmen, eine bessere Datenbank, klassische Software oder herkömmliche Automatisierung.

Wir setzen KI nicht ein, weil wir KI einsetzen wollen. Wir wählen die einfachste Lösung, die unsere betrieblichen Anforderungen zuverlässig erfüllt.

Wir formulieren einen klaren Auftrag für KI.

Für unsere AI Delegation Karte verwenden wir fünf aufeinander aufbauende Elemente:

SPOT → TASK → INPUT → OUTPUT → INTEGRATION

SPOT – Wo soll KI ansetzen?

Wir bestimmen die genaue Stelle im kritischen Informationsengpass aus Schritt C, an der Informationen heute gesucht, verarbeitet oder aufbereitet werden. Die Workflow- und Bottleneck-Analyse beschreiben wir nicht erneut.

An welcher Stelle unseres Workflows soll KI tätig werden?

TASK – Was soll KI tun?

Wir beschreiben die konkrete Informationsaufgabe: suchen, extrahieren, vergleichen, strukturieren, prüfen oder zusammenfassen – genau so weit, wie es für unseren Change nötig ist.

Nicht: „KI soll unsere Produktentwicklung verbessern.“ Sondern: „KI soll definierte Zutaten- und Lieferanteninformationen auswerten, vergleichen und eine strukturierte Vorauswahl erstellen.“

INPUT – Welche Informationen benötigt KI?

Wir benennen Quellen, Daten, Dokumente, Webseiten, historische Erfahrungen, fachliche Regeln, Qualitätsanforderungen und Ausschlusskriterien. Ob alles davon bereitstellbar ist, prüfen wir später im Organisations-Showstopper-Check.

  • Datenbanken, Dokumente und digitale Informationsquellen
  • Produkt-, Zutaten- oder Lieferantendaten
  • Fachliche Auswahlregeln und Ausschlusskriterien

OUTPUT – Welches Ergebnis erwarten wir?

Wir beschreiben den Output so, dass er unmittelbar für eine Entscheidung brauchbar und überprüfbar ist: Inhalt, Form, Vollständigkeit, Zuverlässigkeit, Tempo, Begründungen und verbindliche Regeln.

Beispiel: Strukturierte Lieferanten-Shortlist mit Preisen, Verfügbarkeiten, Qualitätsmerkmalen, Zertifizierungen, Quellen und nachvollziehbaren Begründungen.

INTEGRATION – Wie verwenden wir das Ergebnis?

Wir klären die fachliche Einbindung: Wer erhält den KI-Output? Wer prüft ihn? Welche Entscheidung wird damit vorbereitet? Welche Aktivitäten folgen?

Hier geht es um die Nutzung im Workflow. Die detaillierte technische Integration und Projektplanung folgen erst später.

Wir legen Menschen, Entscheidungen und Qualitätsanforderungen fest.

Bei der Delegation bleibt unsere geschäftliche Verantwortung geklärt. Wir greifen auf die Rollen und Verantwortlichkeiten aus Kapitel 3 zurück.

KI-LeistungWelche Informationsarbeit führt KI aus?
PrüfungWer kontrolliert Ergebnisse und Ausnahmen?
EntscheidungWer trifft die geschäftliche Entscheidung?
VerantwortungWer verantwortet den gesamten Ablauf?

Wir formulieren überprüfbare Qualitätskriterien, etwa vollständige Berücksichtigung relevanter Kandidaten, Einhaltung verbindlicher Ausschlussregeln, Quellenangaben und ausreichend zuverlässige Ergebnisse.

Wir beschreiben die erwartete Leistung. Einen praktischen Nachweis ihrer Qualität liefern diese Anforderungen allein noch nicht.

Wir prüfen drei mögliche KO-Kriterien.

Nicht jede organisatorische Schwierigkeit ist ein Ausschlussgrund. Um Scheingenauigkeit zu vermeiden, konzentrieren wir uns zunächst auf drei gravierende Gegenfragen.

Zu wenig nutzbare digitale Daten

Sind die erforderlichen Daten in digitaler Form verfügbar oder mit vertretbarem Aufwand zugänglich? Fehlen wesentliche Inputs dauerhaft, könnte die Delegation daran scheitern.

Können wir die notwendigen Informationen mit vertretbarem Aufwand digital bereitstellen?

Zu seltene Nutzung

Kommt die Aufgabe häufig genug vor, um den Aufwand voraussichtlich zu rechtfertigen? Selten ist nicht automatisch schlecht: Auch ein einzelner Fall kann einen hohen Wert haben.

Ist ein offensichtlich ungünstiges Verhältnis zwischen Nutzung und Aufwand erkennbar?

Zu viele Ausnahmen und implizites Erfahrungswissen

Können erfahrene Mitarbeitende wesentliche Regeln, Ausnahmen und Qualitätsmaßstäbe beschreiben? Ohne prüfbare Anforderungen können wir einen KI-Output später kaum sinnvoll beurteilen.

Können wir erkennen, wann das KI-Ergebnis richtig oder falsch ist?

Drei mögliche Ergebnisse: Kein gravierender Gegen-Grund · Überwindbares Hindernis · Möglicher Showstopper. Ein möglicher Showstopper ist noch keine automatische Ablehnung.

Wir definieren die KI-Delegation für die Lieferantenvorauswahl.

Praxisbeispiel · Schokofino

Schokofino will die Lieferanten-Shortlist künftig innerhalb eines Tages statt innerhalb von drei Wochen erhalten. Die Entscheidung bleibt beim Einkauf.

SPOTInformationsbeschaffung vor der Lieferantenvorauswahl
TASKQuellen durchsuchen, Angaben extrahieren und Kandidaten vergleichen
INPUTPreise, Verfügbarkeit, Qualität, Zertifizierungen, Regeln
OUTPUTBegründete, überprüfbare Lieferanten-Shortlist
INTEGRATIONEinkäufer und Produktentwickler prüfen und entscheiden
QualitätAusschlusskriterien einhalten, Quellen nachvollziehbar

Organisations-Check: Sind Lieferantendaten digital nutzbar? Tritt die Aufgabe häufig genug auf? Können Einkäufer Sonderfälle und Ausschlussgründe ausreichend erklären?

Wenn keine gravierenden Gegen-Gründe erkennbar sind, untersuchen wir in E die weiteren Hürden und offenen Fragen.

Zwei Arbeitsblätter dokumentieren Schritt D.

AI Delegation Karte

Wir beschreiben Business-Bezug, Alternative zu KI, SPOT, TASK, INPUT, OUTPUT, INTEGRATION, menschliche Verantwortung und Qualitätsanforderungen.

Business-BezugPriorisierter Change und Informationsengpass
Warum KI?Warum reicht eine einfachere Alternative vermutlich nicht?
AuftragSPOT · TASK · INPUT · OUTPUT · INTEGRATION
QualitätVerantwortung und überprüfbare Qualitätskriterien
Template als PDF herunterladen

Die bearbeitbare DOCX-Datei ist im Download-Paket enthalten. Der PDF-Link wird aktiv, sobald die gleichnamige Datei bei Squarespace hochgeladen ist.

Organisations-Showstopper-Check

Drei organisatorische Gegenfragen – ausdrücklich keine Punkteskala.

  • Nutzbare digitale Daten
  • Nutzungshäufigkeit
  • Ausnahmen und implizites Erfahrungswissen
Template als PDF herunterladen

Die bearbeitbare DOCX-Datei ist im Download-Paket enthalten. Der PDF-Link wird aktiv, sobald die gleichnamige Datei bei Squarespace hochgeladen ist.

Wir verknüpfen beide Vorlagen mit Goal-, Bottleneck-, Change- und Rollenprofilen. Bereits erfasste Daten werden nicht erneut erhoben.

Wann ist Schritt D gut genug?

  • Wir erkennen einen plausiblen Grund für den Einsatz von KI.
  • SPOT, TASK, INPUT, OUTPUT und INTEGRATION sind ausreichend konkret beschrieben.
  • Menschliche Verantwortung und überprüfbare Qualitätskriterien sind geklärt.
  • Alle drei organisatorischen KO-Kriterien sind betrachtet.
  • Wir unterscheiden überwindbare Hindernisse von möglichen Showstoppern.
Wissen wir, was KI leisten soll – und kennen wir einen gravierenden Grund, der dagegen sprechen könnte?

Wir brauchen hier weder eine vollständige technische Spezifikation noch eine umfassende Organisationsanalyse.

Wir vermeiden sechs grundlegende Fehler.

Wir wählen KI trotz einfacherer Alternativen.

Wir prüfen, ob eine weniger aufwendige Lösung den Change ebenso gut erreichen kann.

Wir delegieren zu viel auf einmal.

Ein klar abgegrenzter Informationsauftrag ist leichter zu prüfen und zu kontrollieren.

Wir lassen den Output unklar.

Ohne überprüfbare Anforderungen können wir die spätere Leistung nicht fundiert beurteilen.

Wir übersehen die Organisation.

Digitale Daten, Nutzungshäufigkeit und Fachwissen müssen mitgedacht werden.

Wir erklären jede Schwierigkeit zum KO-Grund.

Überwindbare Hindernisse sind zunächst Arbeitsaufträge, keine automatische Ablehnung.

Wir prüfen alles gleichzeitig.

Wir konzentrieren uns auf die drei gravierenden organisatorischen Gegenfragen.

Wir haben einen überprüfbaren KI-Auftrag.

Das Ergebnis

Unsere AI Delegation Karte beschreibt die konkrete Informationsleistung. Der Organisations-Showstopper-Check zeigt, ob gravierende Gegen-Gründe bei digitalen Daten, Nutzungshäufigkeit oder Erfahrungswissen bestehen. Die Entscheidung über den Umgang mit möglichen Showstoppern liegt bei den Verantwortlichen.

Im aktuell vorliegenden Schritt E – Exploration des KI-Potenzials erfassen wir erkennbare technische und betriebliche Hürden, Voraussetzungen und offene Fragen. Ein vollständiger praktischer Leistungsnachweis folgt nicht schon durch diesen ersten Exploration Check.

Der nächste Schritt

Schritt E: Exploration des KI-Potenzials

Wir machen mögliche Hürden und offene Fragen vor einer Investition sichtbar.

← Zurück zu Schritt C – Changes
← Zurück zur Startseite von Kapitel 4