Testen
Kann KI die spezifizierte Informationsaufgabe ausreichend gut erfüllen – und können wir die Voraussetzungen für ihren Einsatz in unserem Workflow tatsächlich schaffen?
Wir prüfen die KI-Leistung an realitätsnahen Fällen, klären die Umsetzungsvoraussetzungen und passen den Integrationsplan an Testergebnisse an.
Mit diesem Schritt starten →In diesem Schritt · Inhaltsverzeichnis
Wir überprüfen unsere geplante KI-Integration in der Praxis
Unser AI Business Case ist genehmigt.
Wir wissen, welches Business-Ziel wir erreichen wollen, welchen Bottleneck wir reduzieren möchten und welche Aufgabe KI dabei übernehmen soll.
In den bisherigen MASTER-Schritten haben wir die konkrete Integration vorbereitet.
M – Modellieren: Wir haben den realen Workflow und seine wichtigen Mini-Workflows sichtbar gemacht.
A – Analysieren: Wir haben die relevanten Informationsengpässe und ihre Auswirkungen auf Entscheidungen und nachfolgende Aktivitäten untersucht.
S – Spezifizieren: Wir haben mit CORDS den Informationsbedarf präzisiert und daraus konkrete Anforderungen an die KI-Leistung abgeleitet.
Jetzt verfügen wir über eine ausreichend genaue Beschreibung dessen, was die KI-Lösung leisten soll.
Aber eine gute Spezifikation ist noch kein Nachweis, dass das Vorhaben unter unseren tatsächlichen Bedingungen funktionieren wird.
Deshalb testen wir jetzt.
Unser Grundsatz: Erst testen, dann entwickeln.
Wir prüfen zwei Seiten unserer geplanten Integration.
Erstens: Kann KI die benötigte Informationsleistung tatsächlich erbringen?
Zweitens: Können wir in unserem Unternehmen die Voraussetzungen schaffen, damit diese Leistung im realen Workflow genutzt werden kann?
Wir wollen möglichst früh erkennen, was funktioniert, was nicht funktioniert und welche Anpassungen erforderlich sind.
Dabei brauchen wir noch keinen fertigen KI-Agenten, keine vollständige Systemintegration und in der Regel auch keinen umfangreichen Piloten.
Wir konzentrieren uns auf kleine, aussagekräftige Tests und konkrete organisatorische Klärungen.
Unser Ziel ist, mit möglichst geringem Aufwand ausreichend Sicherheit für die weitere Entwicklung zu gewinnen.
Was wir am Ende haben
Am Ende von T verfügen wir über drei Ergebnisse.
Einen KI-Testbericht
Er zeigt, welche Informationsleistung wir getestet haben, welche Ergebnisse KI tatsächlich geliefert hat und welche Anforderungen erfüllt wurden.
Wir kennen wichtige Fehler, Grenzen und Ausnahmen.
Vor allem wissen wir besser, welche abgegrenzte Informationsarbeit KI zuverlässig genug übernehmen könnte.
Eine Prüfung der Umsetzungsvoraussetzungen
Wir wissen, welche benötigten Voraussetzungen bereits vorhanden sind, welche wir schaffen müssen und welche Punkte noch kritisch oder ungeklärt sind.
Für notwendige Arbeiten kennen wir die zuständigen Verantwortlichen und die nächsten Termine.
Einen angepassten Integrationsplan
Wir haben die Testergebnisse in unsere weitere Projektplanung übernommen.
Für jeden vorgesehenen KI-Einsatzpunkt ist erkennbar, ob wir die Lösung wie geplant entwickeln, ihren Aufgabenumfang anpassen oder die Umsetzung zunächst zurückstellen.
Damit gehen wir nicht mit einem unveränderten Wunschplan in die Entwicklung.
Wir entwickeln die KI-Lösung auf Grundlage dessen, was sich im Test als sinnvoll und realisierbar erwiesen hat.
Was wir dafür brauchen
Unsere wichtigsten Grundlagen sind:
Das CORDS-Profil aus S: Welche Information wird benötigt, aus welchen Daten und Quellen entsteht sie und welche Regeln gelten?
Das KI-Anforderungsprofil aus S: Was soll KI konkret tun, welchen Input benötigt sie, welchen Output soll sie liefern und welche Qualitätsanforderungen muss sie erfüllen?
Die vorhandene Projektskizze aus E: Welche wesentlichen Arbeiten und Voraussetzungen wurden bereits für die Integration vorgesehen?
Außerdem benötigen wir geeignete Testdaten und konkrete Anwendungsfälle.
Besonders wertvoll sind abgeschlossene Fälle, deren Ergebnis bereits bekannt ist.
Dann können wir den KI-Output mit dem Ergebnis vergleichen, das unsere erfahrenen Mitarbeitenden tatsächlich erzielt haben.
Wir benötigen außerdem eine geeignete KI-Testumgebung und die Möglichkeit, die Ergebnisse fachlich beurteilen zu lassen.
Bevor wir reale Unternehmensdaten einsetzen, stellen wir sicher, dass ihre Verwendung in der gewählten Testumgebung zulässig und ausreichend geschützt ist.
Der Head of AI koordiniert diese Arbeit. Bei Bedarf zieht er einen KI-Partner, IT-Verantwortliche oder die zuständigen Fachleute hinzu.
So gehen wir vor
Wir arbeiten in drei Schritten:
Schritt 1 – KI-Leistung testen
Schritt 2 – Umsetzungsvoraussetzungen prüfen
Schritt 3 – Entscheiden und Integrationsplan anpassen
Die Schritte bauen methodisch aufeinander auf. Einzelne Voraussetzungen für einen sicheren Test müssen wir selbstverständlich schon vor dem Test klären.
Schritt 1 – Wir testen die KI-Leistung
Kann KI die spezifizierte Informationsaufgabe in der benötigten Qualität erfüllen?
Wir wählen eine konkrete KI-Aufgabe aus unserem Anforderungsprofil.
Beispielsweise:
„Aus einer bekannten Menge möglicher Lieferanten anhand festgelegter Kriterien eine geeignete Vorauswahl erstellen.“
Diese Aufgabe testen wir zunächst in einem möglichst einfachen und überschaubaren Rahmen.
Wir bereiten einen aussagekräftigen Test vor
Wir verwenden das CORDS-Profil als Grundlage.
Daraus übernehmen wir:
- den Kontext der Informationsaufgabe,
- die erforderlichen Daten und Quellen,
- die Verarbeitungsregeln,
- den erwarteten Output,
die Qualitätsanforderungen.
Wir wählen geeignete Beispiele aus der Praxis.
Wenn möglich, verwenden wir abgeschlossene Fälle mit bekannten Ergebnissen.
Ein Test muss nicht umfangreich sein.
Aber er muss die spätere Informationsarbeit ausreichend realistisch abbilden.
Eine beeindruckende Demonstration mit frei erfundenen Beispieldaten genügt dafür nicht.
Wir lassen KI die Aufgabe bearbeiten
Wir stellen der KI die vorgesehenen Informationen und Regeln zur Verfügung und lassen sie den gewünschten Output erzeugen.
Wir dokumentieren, welche Inputs und Anweisungen verwendet wurden.
Anschließend vergleichen wir den tatsächlichen Output mit unseren Anforderungen.
Dabei betrachten wir insbesondere fünf Qualitätsmerkmale.
Relevanz: Hat KI die Informationen geliefert, die für die Entscheidung tatsächlich benötigt werden?
Richtigkeit: Sind die wesentlichen Angaben korrekt?
Vollständigkeit: Sind alle notwendigen Informationen berücksichtigt?
Rechtzeitigkeit: Liegt der Output innerhalb der benötigten Zeit vor?
Eindeutigkeit: Können unsere Mitarbeitenden das Ergebnis verstehen und sinnvoll verwenden?
Wir achten außerdem auf die Nachvollziehbarkeit von Quellen, die Einhaltung verbindlicher Regeln und den verbleibenden menschlichen Prüfaufwand.
Entscheidend ist nicht, ob der KI-Output beeindruckend aussieht, sondern ob er im realen Workflow brauchbar ist.
Wir testen auch schwierige Fälle
Ein erfolgreicher Normalfall reicht nicht aus.
Deshalb betrachten wir gezielt Situationen, in denen die spätere KI-Leistung scheitern könnte.
Beispielsweise:
- unvollständige oder widersprüchliche Daten,
- ungewöhnliche Lieferanten oder Produkte,
- Sonderfälle mit zusätzlichen fachlichen Anforderungen,
- mehrdeutige Angaben,
- wichtige Ausschlusskriterien,
Fälle, in denen erfahrene Mitarbeitende heute eingreifen müssen.
Wir müssen nicht alle denkbaren Ausnahmen untersuchen.
Aber wir brauchen Beispiele, die typische und besonders kritische Risiken der konkreten Aufgabe sichtbar machen.
Wenn Ergebnisse schwanken können, betrachten wir gegebenenfalls mehrere Durchläufe.
Wir bestimmen den zuverlässigen KI-Aufgabenumfang
Jetzt stellen wir unsere wichtigste Frage:
Welche klar abgegrenzte Informationsleistung kann KI unter unseren Bedingungen ausreichend zuverlässig übernehmen?
Möglicherweise erfüllt KI bereits die gesamte spezifizierte Aufgabe.
Vielleicht zeigt der Test aber auch Grenzen.
Dann haben wir eine wichtige Möglichkeit:
Wir verkleinern den KI-Aufgabenumfang.
Vielleicht kann KI nicht zuverlässig den besten Lieferanten bestimmen.
Aber sie kann aus 1.000 möglichen Kandidaten eine strukturierte Vorauswahl von 50 geeigneten Kandidaten erstellen.
Dann übernehmen unsere erfahrenen Mitarbeitenden die weitere Prüfung und Auswahl.
Oder KI kann einen großen Teil der Informationsbeschaffung erledigen, während Menschen widersprüchliche Angaben und Ausnahmen beurteilen.
Damit kann die geplante Verbesserung weiterhin erheblich sein.
Wir passen die KI-Delegation an ihre tatsächlich brauchbare Leistung an – nicht unseren Workflow an eine unrealistische Erwartung von KI.
Dabei behalten wir die wirtschaftliche Zielsetzung im Blick.
Wenn nach der Anpassung der gesamte Zeitvorteil durch zusätzliche menschliche Kontrollen verloren geht, müssen wir die Lösung erneut betrachten.
Unser Ergebnis aus Schritt 1
Wir haben einen KI-Testbericht.
Er zeigt, welche Leistung ausreichend gut funktioniert, wo Grenzen bestehen und welche Aufgaben Menschen weiterhin übernehmen müssen.
Das ist ein belastbarer erster Leistungsnachweis für die getesteten Fälle.
Eine Garantie für den späteren Betrieb unter sämtlichen Bedingungen ist es noch nicht.
Schritt 2 – Wir prüfen die organisatorischen Voraussetzungen
Können wir die Voraussetzungen schaffen, damit die getestete KI-Leistung im realen Workflow funktioniert?
Im AI Business Case haben wir bereits grobe organisatorische Showstopper geprüft.
In E – Execution & Evaluation haben wir erste Umsetzungsvoraussetzungen und Barrieren betrachtet.
Jetzt wird die Prüfung konkreter.
Denn wir kennen inzwischen nicht nur die geplante Aufgabe, sondern auch die tatsächlichen Ergebnisse des KI-Tests.
Wir wissen dadurch genauer, welche Daten, Regeln, Zugriffe und menschlichen Kontrollen benötigt werden.
Wir betrachten deshalb ausschließlich die Voraussetzungen, die für diese konkrete KI-Leistung erforderlich sind.
Wir führen keine umfassende Organisationsanalyse durch.
Wir prüfen die notwendigen Voraussetzungen
Wir verwenden die bereits im KI-Anforderungsprofil beschriebenen Voraussetzungen.
Für jeden wichtigen Punkt fragen wir:
Ist die Voraussetzung vorhanden?
Ist sie tatsächlich nutzbar?
Reicht sie für die geplante KI-Leistung aus?
Wenn nicht: Können wir sie mit vertretbarem Aufwand schaffen?
Dabei kann es insbesondere um folgende Themen gehen:
Daten und Quellen
Können wir die benötigten Informationen dauerhaft bereitstellen und aktuell halten?
Fachliche Regeln
Sind die notwendigen Kriterien und Ausnahmen ausreichend beschrieben?
Zugriffe und Berechtigungen
Dürfen und können die benötigten Daten und Systeme verwendet werden?
Technische Integration
Sind erforderliche Schnittstellen, Systeme und Infrastrukturen vorhanden oder herstellbar?
Qualitätskontrolle
Können wir KI-Ergebnisse unter den vorgesehenen Bedingungen ausreichend prüfen?
Verantwortlichkeiten
Ist geklärt, wer die notwendigen Aufgaben übernimmt und wer später für die Ergebnisse verantwortlich ist?
Betrieb
Können wir die erforderliche Betreuung, Pflege und Überwachung organisieren?
Wir überprüfen diese Punkte nicht abstrakt, sondern immer bezogen auf die konkrete KI-Aufgabe.
Wir unterscheiden drei Ergebnisse
Vorhanden und nutzbar
Die Voraussetzung ist erfüllt und kann für die Integration verwendet werden.
Muss geschaffen werden
Die Voraussetzung fehlt noch, lässt sich aber voraussichtlich mit vertretbarem Aufwand herstellen.
Kritisch oder ungeklärt
Wir erkennen eine wesentliche Schwierigkeit oder wissen noch nicht, ob die Voraussetzung geschaffen werden kann.
Für fehlende oder kritische Voraussetzungen legen wir die notwendigen nächsten Arbeiten fest.
Wir halten kurz fest:
Was müssen wir tun? Wer ist verantwortlich? Bis wann soll es geklärt oder erledigt sein?
Diese Aufgaben übernehmen wir in die vorhandene Projektplanung.
Wir brauchen dafür keine umfangreichen Readiness-Bewertungen und keine zusätzliche Risikomatrix.
Unser Ergebnis aus Schritt 2
Wir wissen, ob die notwendigen Voraussetzungen bereits vorhanden sind oder mit vertretbarem Aufwand geschaffen werden können.
Offene Arbeiten haben verantwortliche Personen und Termine.
Kritische Punkte bleiben sichtbar.
Damit können wir den realistischen Integrationsweg genauer bestimmen.
Schritt 3 – Wir entscheiden und passen unseren Integrationsplan an
Was werden wir tatsächlich entwickeln, und welche Voraussetzungen müssen wir dafür schaffen?
Jetzt führen wir unsere beiden Testergebnisse zusammen.
Wir betrachten für jeden vorgesehenen KI-Einsatzpunkt:
Kann KI die notwendige Informationsleistung ausreichend gut erfüllen?
Können wir die Voraussetzungen für ihren Einsatz schaffen?
Daraus ergeben sich drei mögliche Entscheidungen.
Bauen
KI erfüllt die notwendigen Anforderungen ausreichend gut.
Die organisatorischen Voraussetzungen sind vorhanden oder können mit vertretbarem Aufwand geschaffen werden.
Wir bereiten die Entwicklung vor.
Anpassen
Der Test zeigt, dass KI nur einen Teil der geplanten Aufgabe zuverlässig genug übernehmen kann.
Oder bestimmte Voraussetzungen müssen zuerst geschaffen werden.
Wir passen die KI-Aufgabe und die zugehörigen Arbeiten entsprechend an.
Danach können wir die weitere Entwicklung gezielt vorbereiten.
Zurückstellen
Die KI-Leistung ist derzeit nicht ausreichend oder eine notwendige Voraussetzung lässt sich nicht mit vertretbarem Aufwand schaffen.
Wir verfolgen diesen Einsatzpunkt vorerst nicht weiter.
Das bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Integrationsprojekt beendet wird.
Vielleicht können andere vorgesehene Aufgaben umgesetzt werden.
Wir aktualisieren die vorhandene Projektplanung
Jetzt dokumentieren wir:
- welche KI-Aufgaben tatsächlich entwickelt werden sollen,
- welche Teilaufgaben bei Menschen bleiben,
- welche Voraussetzungen noch geschaffen werden müssen,
- welche Arbeiten zuerst erfolgen müssen,
welche Einsatzpunkte angepasst oder zurückgestellt werden.
Wir verwenden dafür die bereits bestehende Projektplanung und die vorhandenen Aufgabenprofile.
Wir erstellen keinen zweiten Projektplan.
Ein guter Test darf den ursprünglichen Plan verändern.
Das ist kein Scheitern.
Die Tests sollen gerade verhindern, dass wir eine unzuverlässige oder praktisch nicht integrierbare Lösung entwickeln.
Dabei bleibt der genehmigte Business Case unser wirtschaftlicher und fachlicher Rahmen.
Kleinere Anpassungen am KI-Aufgabenumfang können wir innerhalb dieses Rahmens vornehmen.
Wenn sich jedoch die erwartete Wirkung, der Projektumfang oder der genehmigte Investitionsrahmen grundlegend ändern, muss die verantwortliche Führung entscheiden.
Unser Ziel bleibt die erfolgreiche Umsetzung des genehmigten Vorhabens – auf Grundlage realer Erkenntnisse statt ungeprüfter Erwartungen.
Der Head of AI führt die Tests und Klärungen
Der Head of AI ist der zentrale Bearbeiter und Koordinator.
Er bestimmt gemeinsam mit den zuständigen Fachleuten aussagekräftige Testfälle, organisiert die KI-Tests und dokumentiert ihre Ergebnisse.
Technische Unterstützung holt er gezielt bei IT-Verantwortlichen oder einem KI-Partner.
Die fachliche Bewertung der KI-Outputs erfolgt durch die Mitarbeitenden, die diese Informationen später verwenden sollen.
Dabei muss nicht das gesamte Workflow-Team an jeder Testbesprechung teilnehmen.
Häufig reichen wenige geeignete Testfälle und gezielte Rückmeldungen der zuständigen Experten.
Auch die Voraussetzungen prüft der Head of AI zunächst selbst anhand der vorhandenen Informationen.
Fehlende oder strittige Punkte klärt er direkt mit den Verantwortlichen.
Anschließend aktualisiert er die Projektplanung und stimmt wesentliche Entscheidungen ab.
Wir brauchen kein großes Testgremium. Wir brauchen einen kompetenten Projektleiter, realistische Testfälle und gezielte fachliche Rückmeldungen.
Beispiel: Schokofino
Schokofino möchte die Informationsarbeit bei der Auswahl von Zutaten und Lieferanten beschleunigen.
Im KI-Anforderungsprofil haben wir beschrieben, welche Daten, Regeln und Qualitätsanforderungen für eine strukturierte Vorauswahl erforderlich sind.
Jetzt prüfen wir, was davon tatsächlich funktioniert.
Schritt 1 – KI-Leistung testen
Wir verwenden einen abgeschlossenen Entwicklungsfall mit 200 möglichen Zutaten.
Das Ergebnis der damaligen fachlichen Auswahl ist bekannt.
Wir stellen der KI die relevanten Zutateninformationen, Qualitätskriterien, Preisangaben, technischen Anforderungen und Ausschlussregeln zur Verfügung.
Dann lassen wir sie eine priorisierte Vorauswahl erstellen.
Die erfahrenen Produktentwickler vergleichen den Output mit ihrer damaligen Auswahl.
In unserem Beispiel zeigt sich:
KI kann geeignete Zutaten erfolgreich vorsortieren.
Für die endgültige Entscheidung zwischen wenigen besonders anspruchsvollen Kandidaten sind ihre Ergebnisse aber noch nicht zuverlässig genug.
Deshalb passen wir den Auftrag an.
KI erstellt künftig eine strukturierte Shortlist geeigneter Kandidaten. Die finale Auswahl bleibt beim erfahrenen Entwicklungsteam.
Damit erhalten wir eine klar abgegrenzte und fachlich brauchbare KI-Leistung.
Schritt 2 – Voraussetzungen prüfen
Wir betrachten die Voraussetzungen für genau diese Vorauswahl.
Vorhanden
Zutatenstammdaten, Preislisten, wesentliche rechtliche Anforderungen und erfahrene Produktentwickler.
Muss geschaffen werden
Einige Qualitätsregeln müssen dokumentiert werden.
Historische Testergebnisse sind teilweise noch nicht digital verfügbar.
Ein zusätzlicher Datenzugriff muss eingerichtet werden.
Kritisch oder ungeklärt
Wir müssen noch verbindlich festlegen, wer im späteren Betrieb für die laufende Qualitätskontrolle verantwortlich ist.
Der Head of AI dokumentiert die notwendigen Arbeiten und klärt Verantwortliche und Termine.
Schritt 3 – Plan anpassen
Wir entwickeln die KI-Lösung zunächst für die Vorauswahl geeigneter Zutaten.
Die abschließende fachliche Auswahl bleibt beim Entwicklungsteam.
Die fehlenden Datenzugänge und Regeln werden vor beziehungsweise während der Entwicklung geschaffen.
Eine weitere vorgesehene Aufgabe – die automatische Priorisierung komplexer Rezeptvarianten – stellen wir zunächst zurück, wenn ihre notwendige Datenbasis noch nicht verfügbar ist.
Wir übernehmen die Änderungen in den Integrationsplan.
Unser Projekt wird dadurch konkreter und realistischer. Das Business-Ziel und die grundsätzliche Absicht der KI-Integration bleiben bestehen.
Wann ist unser Ergebnis gut genug?
Wir haben T – Testen ausreichend bearbeitet, wenn:
- die relevanten KI-Aufgaben mit realistischen Fällen getestet wurden,
- wir die Ergebnisse anhand der spezifizierten Qualitätsanforderungen beurteilt haben,
- wichtige Sonderfälle und Fehlergrenzen betrachtet wurden,
- wir den brauchbaren KI-Aufgabenumfang kennen,
- die verbleibenden menschlichen Aufgaben und Kontrollen klar sind,
- die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen geprüft wurden,
- fehlende Voraussetzungen als konkrete Aufgaben dokumentiert sind,
- die vorgesehenen KI-Einsatzpunkte eine begründete Entscheidung erhalten haben,
und der Integrationsplan an die Ergebnisse angepasst wurde.
Unsere zentrale Prüffrage lautet:
Wissen wir jetzt ausreichend genau, welche KI-Leistung wir entwickeln wollen und was unser Unternehmen dafür vorher oder parallel bereitstellen muss?
Wenn ja, können wir die weitere Entwicklung gezielt vorbereiten.
Typische Fehler, die wir vermeiden
Wir verwechseln eine überzeugende Demo mit einem zuverlässigen Test
Ein einzelner guter Output beweist noch nicht, dass KI die Aufgabe unter realistischen Bedingungen ausreichend gut erfüllt.
Wir testen mit konkreten Fällen und vergleichen die Ergebnisse mit unseren fachlichen Anforderungen.
Wir betrachten nur einfache Normalfälle
Wichtige Grenzen zeigen sich häufig erst bei unvollständigen Daten, widersprüchlichen Quellen und ungewöhnlichen Fällen.
Wir testen gezielt auch kritische Situationen.
Wir erwarten vollständige Automatisierung
Eine teilweise Delegation kann bereits einen großen wirtschaftlichen Vorteil schaffen.
Wir passen den KI-Aufgabenumfang an die tatsächlich brauchbare Leistung an.
Wir versuchen, jede Schwäche durch kompliziertere Anweisungen zu beheben
Manche Probleme lassen sich durch bessere Inputs oder Regeln lösen.
Manchmal ist es jedoch sinnvoller, den Aufgabenumfang zu verkleinern oder die menschliche Prüfung gezielt einzubeziehen.
Wir passen den Business-Workflow an die Grenzen der KI an
Der Workflow und seine geschäftlichen Anforderungen bestimmen, welche Informationsleistung benötigt wird.
Wir dürfen notwendige fachliche Anforderungen nicht einfach streichen, damit der Test erfolgreich aussieht.
Wir prüfen die gesamte Organisation
Wir brauchen keine umfassende Organisationsanalyse.
Wir prüfen die konkreten Voraussetzungen für die vorgesehene KI-Leistung.
Wir ignorieren fehlende Voraussetzungen
Wenn notwendige Daten, Rechte, Regeln oder Verantwortlichkeiten fehlen, müssen wir sie schaffen oder den Integrationsansatz ändern.
Wir dürfen nicht darauf vertrauen, dass sich diese Fragen während der Entwicklung von selbst erledigen.
Wir verteidigen den ursprünglichen Plan gegen die Testergebnisse
Ein guter Test darf Änderungen auslösen.
Entscheidend ist, dass der angepasste Plan weiterhin das angestrebte Business-Ziel unterstützen kann.
Wir testen endlos weiter
Wir benötigen genügend Erkenntnisse für eine verantwortliche Entwicklungsentscheidung, aber keine absolute Sicherheit.
Die spätere Lösung muss auch während der Entwicklung und vor der produktiven Freigabe weiter geprüft werden.
Unser Ergebnis
Am Ende von T verfügen wir über einen KI-Testbericht, eine geprüfte Liste der Umsetzungsvoraussetzungen und einen angepassten Integrationsplan.
Wir kennen den realistischen KI-Aufgabenumfang.
Wir wissen, welche Arbeiten beim Menschen verbleiben und welche Voraussetzungen unser Unternehmen noch schaffen muss.
Wir können damit die eigentliche Entwicklung gezielt vorbereiten.
M zeigt die reale Arbeit. A untersucht die relevanten Informationsengpässe. S beschreibt die benötigte KI-Leistung. T prüft, welche Leistung tatsächlich möglich ist und wie wir ihre Integration organisatorisch vorbereiten können.
Damit machen wir aus einer spezifizierten KI-Aufgabe eine realistisch geprüfte Entwicklungsaufgabe.
Unsere Templates für Schritt T
Wir verwenden die Ergebnisse des Business Case und die bereits bestehenden Profile weiter. Die Vorlagen dienen der Vertiefung und Dokumentation dieses MASTER-Schritts, nicht einer doppelten Datenerfassung.
KI-Testbericht
Wir prüfen die tatsächlich erreichbare Informationsleistung anhand konkreter Testfälle und dokumentieren Grenzen.
Prüfung der Umsetzungsvoraussetzungen
Wir klären die tatsächlich benötigten Daten, Rechte, Integrationsbedingungen, Kontrollen und Verantwortlichkeiten.
E · Entwickeln und integrieren
Wir entwickeln die bestätigte Lösung, integrieren sie in den Workflow, begleiten den Go-Live und stabilisieren die Zusammenarbeit von Menschen und KI.
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