D – Delegation der Aufgabe an AI | AI Business Case | Alexano

AI Business Case · Step D

Delegation der Aufgabe an AI

Welche Informationsaufgabe soll KI übernehmen?

Jetzt erst kommt KI selbst ins Spiel.

Sie wissen inzwischen:

  • welches Business-Ziel Sie verfolgen,
  • welcher Engpass Sie aufhält,
  • welche Entscheidung betroffen ist,
  • welche Informationen dafür benötigt werden,
  • wie diese Informationen heute bereitgestellt werden,
  • was sich an der Informationsversorgung verändern soll.

Jetzt können Sie präzise fragen:

Welche Informationsaufgabe soll KI übernehmen?

Aber davor steht noch eine wichtige Frage:

Warum überhaupt KI?

Vielleicht lässt sich die gewünschte Verbesserung mit einer Prozessänderung, einer besseren Datenbank, klassischer Software oder normaler Automatisierung einfacher erreichen.

Ein AI Business Case soll KI nicht um jeden Preis rechtfertigen.

Wenn KI sinnvoll erscheint, beschreiben Sie ihre Aufgabe möglichst klar:

SPOT→ TASK→ INPUT→ OUTPUT→ INTEGRATION

1 · Delegation

Worum geht es und wozu?

KI kann Daten und Informationen suchen, auswerten, vergleichen, strukturieren, zusammenfassen oder neu aufbereiten.

Aber nicht jede Informationsaufgabe sollte deshalb automatisch an KI delegiert werden.

Zuerst müssen Sie festlegen:

  • wo KI eingesetzt werden soll,
  • welche konkrete Informationsaufgabe sie dort übernehmen soll,
  • welche Daten und Informationen sie dafür benötigt,
  • welchen Output sie liefern soll,
  • wie dieser Output weiterverwendet wird.

Die zentrale Frage lautet:

Welchen klar abgegrenzten Teil der Informationsarbeit wollen wir an KI delegieren?

Dabei sollte die KI-Aufgabe möglichst klein und eindeutig sein.

Nicht:

„KI soll unsere Produktentwicklung verbessern.“

Sondern beispielsweise:

„KI soll definierte Datenquellen durchsuchen, relevante Lieferanteninformationen extrahieren, Kandidaten nach festgelegten Kriterien vergleichen und eine strukturierte Vorauswahl bereitstellen.“

Je klarer die Aufgabe beschrieben ist, desto leichter lässt sich später prüfen, ob KI sie tatsächlich erfüllen kann.

2 · Ergebnis

Was haben Sie am Ende?

Sie haben eine ausgefüllte AI Delegation Karte.

Darauf stehen:

  • Einsatzort (Spot)
  • Aufgabe (Task)
  • Input
  • Output
  • Integrationspfad
  • menschliche Entscheidung
  • Qualitätskriterien

Damit ist klar, welche Informationsleistung Sie von KI erwarten und wie sie in die bestehende Arbeit eingebunden werden soll.

3 · Grundlage

Was brauchen Sie dafür?

Sie brauchen:

  • den definierten Change,
  • Kenntnis der betroffenen Entscheidung,
  • die benötigten Informationen,
  • Kenntnis der heutigen Informationsarbeit,
  • mögliche Daten- und Informationsquellen,
  • fachliche Auswahl- und Qualitätskriterien,
  • Menschen, die den Prozess und die Entscheidung kennen.

Zusätzlich sollten Sie grob prüfen können, ob eine einfachere Lösung als KI ausreichen könnte.

4 · Vorgehen

Wie gehen Sie vor?

Die Informationsaufgabe auswählen

Betrachten Sie die Informationsarbeit, die heute notwendig ist.

suchen→ lesen→ extrahieren→ prüfen→ vergleichen→ strukturieren→ zusammenfassen
Fragen Sie: Welcher Teil dieser Arbeit soll künftig von KI übernommen werden?
Und: Warum erscheint KI dafür sinnvoll?

Prüfen Sie dabei kurz:

  • Würde eine Prozessänderung genügen?
  • Würde eine bessere Datenbank genügen?
  • Könnte klassische Software die Aufgabe zuverlässig erledigen?
  • Reicht normale Automatisierung?

KI wird besonders interessant, wenn viele Daten oder Informationen verarbeitet werden müssen, wenn Quellen unterschiedlich oder unstrukturiert sind oder wenn Informationen anhand mehrerer Kriterien gesucht, verglichen und verdichtet werden müssen.

Wählen und formulieren Sie eine klar abgegrenzte Informationsaufgabe.

Die KI-Aufgabe spezifizieren

Jetzt beschreiben Sie die Delegation möglichst konkret.

Spot

Wo setzt KI im bestehenden Ablauf an?

Bestimmen Sie die Stelle, an der die Informationsarbeit heute stattfindet.

Task

Welche konkrete Informationsaufgabe übernimmt KI?

Formulieren Sie die Aufgabe möglichst in einem Satz.

Input

Welche Daten und Informationen benötigt KI dafür?

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Dokumente,
  • Datenbanken,
  • Webseiten,
  • E-Mails,
  • historische Fälle,
  • Fachwissen,
  • Regeln,
  • Auswahlkriterien.

Output

Was soll KI konkret liefern?

Der Output sollte so beschrieben sein, dass ein Fachmitarbeiter sofort weiß, was er erhält.

Zum Beispiel: Eine strukturierte Vorauswahl von 20 geeigneten Lieferanten mit Preis, Verfügbarkeit, Zertifizierungen, Qualitätsmerkmalen und nachvollziehbarer Bewertung.

Damit wird aus einer allgemeinen KI-Idee ein klarer Auftrag.

Integration und Kontrolle festlegen

Jetzt klären Sie:

Was passiert mit dem KI-Output?

Fragen Sie:

  • Wer erhält den Output?
  • Wie wird er im bestehenden Ablauf genutzt?
  • Welche Entscheidung trifft weiterhin ein Mensch?
  • Wer prüft den Output?
  • Woran erkennen wir, dass der Output brauchbar ist?

Die KI muss nicht automatisch die Entscheidung übernehmen.

Oft ist die sinnvollste Arbeitsteilung:

KI verarbeitet Informationen. Menschen prüfen und entscheiden final.

Legen Sie deshalb einfache Qualitätskriterien fest.

Zum Beispiel:

  • relevante Kandidaten dürfen nicht systematisch fehlen,
  • Ausschlusskriterien müssen berücksichtigt werden,
  • wichtige Angaben müssen nachvollziehbar sein,
  • der Output muss vollständig genug für die Entscheidung sein,
  • die Darstellung muss verständlich und nutzbar sein.

Damit haben Sie beschrieben, wie die KI-Leistung in die reale Entscheidung eingebunden wird.

Beispiel Schokofino

Spot:
Informationsbeschaffung vor der Vorauswahl von Zutaten und Lieferanten.

Task:
KI durchsucht definierte Quellen, extrahiert relevante Informationen, vergleicht Kandidaten anhand festgelegter Kriterien und erstellt eine strukturierte Vorauswahl.

Input:
Lieferanten- und Zutateninformationen, Auswahlkriterien, Qualitätsanforderungen und historische Erfahrungen.

Output:
Priorisierte Kandidaten mit den entscheidungsrelevanten Informationen und nachvollziehbarer Begründung.

Integration:
Einkäufer und Produktentwickler prüfen die Vorauswahl und entscheiden weiterhin selbst, welche Kandidaten weiterverfolgt werden.

Qualität:
Relevante Kandidaten und Ausschlusskriterien müssen zuverlässig berücksichtigt werden.

5 · Qualitätscheck

Wann ist Ihr Ergebnis gut genug?

Ihre Delegation ist gut genug beschrieben, wenn:

  • klar ist, wo KI eingesetzt werden soll,
  • die KI-Aufgabe konkret beschrieben werden kann,
  • Input und Output eindeutig sind,
  • klar ist, wer den Output wie weiterverwendet,
  • die menschliche Verantwortung feststeht,
  • ein brauchbarer Output anhand konkreter Kriterien überprüft werden kann.

Eine einfache Prüffrage lautet:

Könnte ein KI-Experte anhand unserer Beschreibung verstehen, welche Informationsleistung wir von der KI erwarten?

6 · Fehler

Typische Fehler

KI einsetzen, obwohl eine einfachere Lösung genügt

Nicht jedes Informationsproblem benötigt KI. Prüfen Sie kurz, ob Prozessänderung, Datenbank, klassische Software oder Automatisierung ausreichen.

Zu viel an KI delegieren

„KI entwickelt ein neues Produktdesign“ ist zu groß und zu unklar. Delegieren Sie eine klar abgegrenzte Informationsaufgabe.

Den Output nicht klar definieren

Wenn nicht klar ist, was KI liefern soll, kann später auch niemand beurteilen, ob sie liefert.

Integration und Verantwortung offenlassen

Ein guter KI-Output bringt wenig, wenn unklar ist, wer ihn nutzt, prüft und anschließend entscheidet.

7 · FAQ

Häufige Fragen

Muss KI immer nur Informationen liefern?

KI verarbeitet in der Regel Daten und erzeugt Informationen, die anschließend Entscheidungen und Handlungen unterstützen können. Im AI-Business-Case-Modell geht es daher um Informationsaufgaben.

Wie klein soll die Aufgabe sein?

So klein, dass sie klar beschrieben, getestet, kontrolliert und bewertet werden kann.

Muss der Mensch immer entscheiden?

Nicht zwingend.

Für den Business Case sollte aber klar sein, welche Entscheidungen der Mensch trifft und welche Aufgaben gegebenenfalls automatisiert werden.

Was ist, wenn klassische Software ausreicht?

Dann ist das ein gutes Ergebnis.

Sie haben eine einfachere Lösung für Ihr Business-Problem gefunden.

Was ändert sich, wenn wir von KI-Agenten reden?

Die Anzahl der Aufgaben ändert sich. Der Agent verarbeitet mehrere Male hintereinander Informationsaufgaben, muss aber bei jedem Schritt die Daten haben, die Regeln und den Output kennen. Daher ist es kein Unterschied in der Arbeit selbst, nur in der Zahl der Arbeitsschritte.

8 · Vorlage

AI Delegation Karte

D – Delegation to AI

SpotWo setzt KI im bestehenden Ablauf an?
TaskWelche konkrete Informationsaufgabe soll KI übernehmen?
InputWelche Daten, Informationen, Regeln und Quellen benötigt KI?
OutputWelche Information soll KI konkret liefern?
IntegrationWie wird der KI-Output in den bestehenden Ablauf eingebunden?
Menschliche EntscheidungWelche Entscheidung bleibt beim Menschen?
QualitätskriterienWoran erkennen wir, dass der KI-Output brauchbar ist?

Nächste Aufgabe

Prüfen Sie im nächsten Schritt, ob KI und Ihre Organisation die Informationen am Engpass deutlich schneller und mit weniger Aufwand liefern können.

Nächster Schritt →

D wie Delegation: Legen Sie fest, welche Informationsaufgabe KI übernehmen soll.